Wir erhielten also das Resultat:
Keine Anschauung ohne Gefühl und kein Gefühl ohne Anschauung. Beide waren synthetisch vereinigt und wechselseitig durch einander bestimmbar. Anschauung ist nichts, außer in wiefern ihr ein Gefühl entgegen-gesetzt wird. Der Übergang vom Gefühl zur Anschauung ist der: Sobald die ideale Tätigkeit sich äußern kann, äußert sie sich, und sobald ein Gefühl da ist, kann sie sich äußern; also äußert sie sich.
Nota. - Eine streng streng idealistische - und streng kritizistische - Philosophie kann den Geist gar nicht in einen Gegensatz zur Sinnlichkeit setzen, sie muss jene vielmehr als dessen dialektische Bedingung auffassen; d. h. in einem Gegensatz nur, insofern er überwunden ist. Sie ist monistisch, freilich nicht in einem ontologischen, sondern in transzendentalem Sinn. JE
5) Dass es so sein müsste, wie beschrieben worden ist, war aus der Beschreibung selbst hervorgegangen. Soll nämlich eine freie Handlung des Ich, praktische Tätigkeit, gesetzt werden, so muss Gefühl sein; das Gefühl hat aber keinen anderen Einfluss in die übrigen Operationen der Vernunft, wenn es nicht gesetzt wird. Aber es kann nicht gesetzt werden außer durch Gegensatz mit der Anschauung. Die Hauptfrage ist nun, wie beide in Gegensatz und in Beziehung gesetzt werden; in welchem Akte des Gemüts sie verglichen werden? (Das Gefühl sei - A, die Anschauung - B, nun muss es ein Drittes - C geben, in welchem Gefühl und Anschauung, A und B vereinigt sind.)
Mit der Anschauung ist selbst ein Gefühl unmittelbar verknüpft, die Beziehung der Anschauung auf mich. Das, wodurch sie meine Anschauung wird, ist selbst ein Gefühl. Warum, könnte man fragen, erscheinen mir meine Gedanken, Anschauungen etc. nicht als Bewegung eines Fremden außer mir? Diese Frage ist wichtig. (Die Kantische Synthesis der reinen Apperzeption erhebt sich dazu nicht.)
Das Setzen meiner selbst liegt gewissen Dingen zu Grunde, ist mit ihnen vereinigt. Das Setzen meiner selbst bei der Anschauung ist ein Gefühl von mir selbst. Im Gefühl von mir selbst ist offenbar nicht anderes vor-handen, als auch ein Gefühl, ich fühle mich und fühle mich als beschränkt. Ich fühle //81// mich, und indem ich fühle, schaue ich nicht an und denke nicht, ich bin dann nur für mich in [dem] und durch das Gefühl.
Aus dieser Beschränktheit des Gefühls reiße ich mich los durch ideale Tätigkeit, aber das losreißende Ich ist das, was beschränkt ist. Auf die Weise, wie ich beschränkt bin für mich, muss ich auch das Losreißende sein für mich. Also das Selbstbewusstsein ist das C, in welchem beides aneinander gehalten wird. Nur durch das fortdauernde Gefühl meiner selbst werden Gefühl und Anschauung synthetisch vereinigt.
Nota. - Das Selbstgefühl ist offenbar noch kein Selbstbewusstsein. Es wird weiterer Anschauung = idealer Tätigkeit bedürfen, um dahin zu kommen; aber es ist seine Bedingung. (Das ist nicht psychologisch gemeint, etwa als Grundlage der Persönlichkeit. Sondern in transzendentalem Sinn ist Sinnlichkeit die genetische Voraussetzung der Vernunft.) JE
Das Anschauen als solches wird nicht gefühlt, sondern das Übergehen von der Beschränktheit zur Anschauung. Die Selbstbestimmung zur Anschauung, welche aus der Reflexion des Ich hervorgeht.
6) Was kann nun in der Anschauung vorkommen? Was ist in der Anschauung Materie? Es ist keine Anschauung möglich, ohne dass die praktische Tätigkeit beschränkt und von der idealen getrennt sei. Hier ist die praktische Tätigkeit aufgehoben, da aber zu dem Ich die praktische Tätigkeit mitgehört, so muss die ideale Tätigkeit sich auf ein Objekt beziehen.
Ich fühle in der Anschauung mich bloß tätig; das dem Anschauen Entgegengesetzte muss außer mir gesetzt werden und wird sonach zum NichtIch, zu einem nur Begrenzenden. Dass es ein NichtIch sei, sehen wir nur hier von dem philosophischen Gesichtspunkte, es ist bloß ein Begrenzendes. Das Ich ist nicht aus sich selbst herausgegangen. Meine eigene Beschränktheit ist es, welche angeschaut wird, aber sie wird nicht angeschaut als die Meinige, sie wird nicht auf mich bezogen. Ich bin das gefühlte Subjekt der Anschauung, und qualis talis (als solches) tätig. DieBeschränktheit ist das, wodurch die ideale Tätigkeit ideale Tätigkeit wird.
In der Anschauung bin ich nicht das Angeschaute, nicht das Objekt, sondern das Subjekt der Anschauung. Das Anschauen [ist], im Gegensatz mit dem Gefühl, Tätigkeit. Mit dem Anschauen ist Selbstgefühl verknüpft. Im Anschauen fühle ich mich als tätig. Was ist nun das Objekt? Es ist nichts anderes als das Gefühl selbst, das Gefühl meiner Beschränktheit. Aber diese Beschränktheit wird nicht gesetzt als die meinige. Das Objekt wird gesetzt außer mir, NichtIch; es ist entge-//82//gengesetzt dem Ich, aber auf dieses Entgegengesetzte wird nicht gemerkt, es wird nicht auf mich bezogen.
Oben wurde gesagt: Gegebensein des Stoffs für das ganze Ich ist Unsinn. Dem Ich kann nichts gegeben wer- den, es hat kein Glied, an welches das Gegebene angeknüpft werden könnte.
Wenn es nuun doch etwas geben soll für das Ich, so müsste es außer der allgemeinen Sphäre, in die es sich ver- schließt, noch eine engere haben. Das Vermögen, für welches etwas da ist, ist die Intelligenz. Diese setzt sich hintennach besonders als Ich. Die ganze Welt ist in unserer allgemeinen Sphäre, man muss ich diese eine kleinere setzen; Wenn diese nun für das Ich angesehen wird, so gibt es etwas, was außer dem Ich ist.
Eine solche engeere Sphäre wird nun hier nachgewiesen. In der Anschauung fühlt das Ich sich nur als tätig; das Leiden des Ich wird ausgeschlossen, und so wird ein Objekt möglich.
Nota. -
Nie zu vergessen: Die Eingangsfrage war ja die: Wie kommen wir zu der
Annahme, dass unseren Vor- stellungen etwas außer uns entspricht? Das
ist der Terminus ad quem. Terminus a quo ist: Im Bewusstsein ist nichts
als Vorstellungen, oder: Ins Ich kommt nichts, als was es in sich setzt.
Dieses muss aus jenem hergeleitet, jenes muss auf dieses hingeführt
werden. Der Gang ist durch beide entgegengesetzte Prämissen vorgeschrieben, er ist lediglich aufzusuchen - allerdings nicht so, wie er aus Begriffen definiert, sondern
wie er in der Vor- stellung wirklich hervorgebracht werden könnte. JE
Ich fühle mich beschränkt; von dieser Beschränktheit reiße ich mich los. Das Fühlen und das Losreißen vom Gefühl geschieht in demselben ungeteilten Moment. Die ideale Tätigkeit kann nicht beschränkt werden. Wenn nun die reale beschränkt wird, so bleibt die ideale allein übrig. Dieses isolierte Handeln ist Anschauen.
Nota. -
Das Wollen - Streben, Trieb, Einbildungskraft - ist ursprünglich eines
und dasselbe. Das Quantum Energie, das im Fühlen am Objekt hängenbleibt,
werden wir ipso facto als reale Tätigkeit gezeichnen, den überschießenden freien Teil nennen wir die ideale. (Wenn sie sich reflektierend selber dem Gefühl zuwendet, geschieht dies aus Freiheit.) JE
Gefühl und Anschauung sind in demselben Momente und Zustand synthetisch vereinigt; dies ist ohne das andere nicht. Was Objekt des Gefühls ist, ist dasselbe, was es in der Anschauung ist auf dem philosophischen Gesichtspunkt; aber für das Ich ist es zweierlei, weil das Ich verschieden betrachtet wird. Einmal ist das Ich leidend, und dann ist es Gefühl der Beschräntheit; einmal ist es tätig, dann ist das Gefühlte Objekt. Kurz, die Anschauung ist das Gefühlte, nur bleibt es als Objekt der Anschauung kein Gefühltes, sondern ein Angeschau- tes, Gesehenes, nicht auf das Ich bezogen. Im Bewusstsein erst wird es wieder auf das Ich bezogen.
//83// So lässt sich auch erklären die synthetische Vereinigung der aus dem Gefühl genommenen Prädikate mit den Prädikaten, die aus der Anschauung genommen sind, welche außerdem sich nicht erklären ließen. Ich schmecke etwas Süßes und setze ein Stück Zucker; nun sage ich: Der Zucker ist süße. Hier wird das Gefühl auf einen Gegenstand der Anschauung übertragen, und beide werden in demselben Moment vereinigt.
Das Ich wird bloß gefühlt in dieser Lage, nicht aber angeschaut. Es kommt also kein Anschauen als solches im Bewusstsein vor. Das Ich verliert sich selbst im Objekte der Anschauung. Oder, wie Kant sagt: Die Anschau- ung ist blind. Sonach in der Anschauung schwebt mir etwas unmittelbar vor. Ich frage nicht, woher es komme, das Objekt ist einmal da und ist schlechthin da. Dem Anschauen wird es so; nun kommt das Anschauen nicht zum Bewusstsein, mithin ist das Objekt auf dem gemeinen Gesichspunkte unmittelbar da. So kommt das Ob- jekt unmittelbar im Bewusstsein vor. Eine Philosophie, die das leugnet, ist grundlos.
Eigentlich kommen wir zum Objekte so: Es ist in uns ein Gefühl vorhanden, wir sind begrenzt; aus der Begrenztheit schließen wir auf ein Begrenzendes außer uns. Aber dies ganze Verfahren ist unmittelbar.
Nota. -
Die Wissenschaftslehre schaut dem gemeinen Bewusstsein zu und
beschreibt, wie es tatsächlich verfährt; allerdings nicht in Zeit und
Raum, sondern in einem idealen Modell, wo alles zugleich geschieht, wenn
auch Eines als genetisch
bedingt durch das Andere. Es ist daher ganz in der Ordnung, wenn uns
die eine oder andere Etappe in dieser Darstellung aus unserer eigenen
Erfahrung bekannt vorkommt - sobald wir nämlich Raum und Zeit wieder
hinzudenken.
An dieser Stelle erinnern wir uns an das, was Schiller den "ästhetischen Zustand" nannte: Im ästhetischen Zu- stand sei der Mensch "gleich Null". Die ästhetischen Qualitäten, die wir wahrnehmen, sind unmittelbar im 'Ge- fühl' - soweit die 'reale' Tätigkeit, die sich hier 'begrenzt' vorkommt. Hinzu tritt die 'ideale' Tätigkeit, die das Ge- fühl anschaut; doch an der Stelle hält sie inne - aus Freiheit: Die ideale Tätigkeit hält sich selbst zurück, mit andern Worten: der ästhetische Zustand tritt nur ein, wenn er beabsichtigt wird.
An dieser Stelle erinnern wir uns an das, was Schiller den "ästhetischen Zustand" nannte: Im ästhetischen Zu- stand sei der Mensch "gleich Null". Die ästhetischen Qualitäten, die wir wahrnehmen, sind unmittelbar im 'Ge- fühl' - soweit die 'reale' Tätigkeit, die sich hier 'begrenzt' vorkommt. Hinzu tritt die 'ideale' Tätigkeit, die das Ge- fühl anschaut; doch an der Stelle hält sie inne - aus Freiheit: Die ideale Tätigkeit hält sich selbst zurück, mit andern Worten: der ästhetische Zustand tritt nur ein, wenn er beabsichtigt wird.
Doch im Normalfall unserer tätglichen Geschäfte fährt die ideale Tätigkeit fort. JE
Ich
finde mich beschränkt im Gefühle, aber ich kann nicht fühlen, ohne
anzuschauen, und unmittelbar für die Anschauung ist das Objekt da.
Hinterher kommen dergleichen Bestimmungen vor, dass das Objekt
betrachtet wird als etwas auf uns Einfließendes; aber diese Bestimmungen
kommen erst vor, wenn das Objekt schon da ist.
Das Etwas, welches dem Anschauenden vorschwebt, ist hier weder Bild noch Dinge, es ist ohne alle Beziehung auf uns. Weder Bild noch Dinge, sondern beides, es wird nachher in beide geschieden, es ist der Urstoff für beide, das unbegreifliche Etws ohne Beziehung auf uns. Auch im gemeinen Bewusstsein behaupten wir, dass die Dinge unmittelbar da sind.
Wir können hier die Anschauung noch nicht weiter charakterisieren, als dass sie sei etwas dem Ich Vorschwe- bendes und insofern NichtIch, wenn es nämlich auf das Anschauende bezogen werden könnte, nicht aber auf das ganze Ich, dass sie sei //84// etwas positiv Haltendes, dass ihr der Charakter des Seins zukomme, indem sie die gesamte Tätigkeit des Ich zur idealen macht.
Das Objekt wird nicht gefühlt, es ist bloß, indem ich anschauend bin, und im Anschauen fühle ich mich.
Das Etwas, welches dem Anschauenden vorschwebt, ist hier weder Bild noch Dinge, es ist ohne alle Beziehung auf uns. Weder Bild noch Dinge, sondern beides, es wird nachher in beide geschieden, es ist der Urstoff für beide, das unbegreifliche Etws ohne Beziehung auf uns. Auch im gemeinen Bewusstsein behaupten wir, dass die Dinge unmittelbar da sind.
Wir können hier die Anschauung noch nicht weiter charakterisieren, als dass sie sei etwas dem Ich Vorschwe- bendes und insofern NichtIch, wenn es nämlich auf das Anschauende bezogen werden könnte, nicht aber auf das ganze Ich, dass sie sei //84// etwas positiv Haltendes, dass ihr der Charakter des Seins zukomme, indem sie die gesamte Tätigkeit des Ich zur idealen macht.
Das Objekt wird nicht gefühlt, es ist bloß, indem ich anschauend bin, und im Anschauen fühle ich mich.
Nota. - Da fällt mir zweierlei ein: zuerst Schillers ästhetischer Zustand, und dann, dass seit Plato
das Staunen als Anfang der Philosophie gilt. JE
7)
Unsere Aufgabe ist: wie ist der Zweckbegriff möglich oder eine
Anschauung, die für den Zweckbegriff wenigstens den Stoff hergebe. Die
bisher erklärte Anschauung kann keine andere sein als die eines
wirklichen Objekts, denn sie gründet sich auf ein Gefühl der
Beschränktheit. Wie könnte nun die eines Möglichen der ersteren
entgegengesetzt sein, mit was im Gefühle könnte eine solche Anschauung
zusammenhängen?
Ich kann mich nicht begrenzt fühlen, ohne mich zugleich strebend zu fühlen, denn das Streben ist ja das Begrenzte. Also das Gefühl eines Strebens, eines Dranges müsste da sein. Sonach ist das Gefühl der Begrenztheit bedingt durch das Gefühl eines Strebens, beides zusammen macht erst ein vollständiges Gefühl aus. Hierdurch erhalten wir ursprünglich eine in der Sache gegründete Verbindung Verschiedener im Ich. Woraus leicht aus einem, dem Begrenzten, das Theoretische und aus dem andern, dem Streben, das Praktische hervorginge. Da sie gleich ursprünglich verbunden sind, so werden sie in der Folge nicht zu trennen sein, und so wird der tiefste Grund gelegt: Keine Theorie ohne Praxis.
Das ist das dialektische Verfahren. JE
Ich kann mich nicht begrenzt fühlen, ohne mich zugleich strebend zu fühlen, denn das Streben ist ja das Begrenzte. Also das Gefühl eines Strebens, eines Dranges müsste da sein. Sonach ist das Gefühl der Begrenztheit bedingt durch das Gefühl eines Strebens, beides zusammen macht erst ein vollständiges Gefühl aus. Hierdurch erhalten wir ursprünglich eine in der Sache gegründete Verbindung Verschiedener im Ich. Woraus leicht aus einem, dem Begrenzten, das Theoretische und aus dem andern, dem Streben, das Praktische hervorginge. Da sie gleich ursprünglich verbunden sind, so werden sie in der Folge nicht zu trennen sein, und so wird der tiefste Grund gelegt: Keine Theorie ohne Praxis.
Nota. -
In einer logischen Konstruktion aus Begriffen müsste das Streben
nachträglich in die Darstellung ein- geschoben werden, wie beim
Taschenspielertrick. Das wäre das dogmatische
Verfahren. Es wird aber genetisch das Hervorgehen dieser Vorstellung
aus jener vorangegangenen hergeleitet - indem gezeigt wird, dass das neu
genannte Moment - das Streben - in der Vorstellung von vornherein
vorhanden war und bloß nicht darauf ge- achtet wurde. Nicht die
Vorstellung wird aus tausenderlei Elementen zusammengesetzt, sondern die
ganze Vor- stellung wird analytisch-reflektierend in ihre
mannigfaltigen Momente auseinandergelegt.
Das ist das dialektische Verfahren. JE
Das
Objekt der vorbeschriebnen Anschauung ist ein Begrenzendes, ein
Seiendes, aber durch ein Sein wird ein anderes verneint. Ein
Begrenzendes nicht ohne Begrenzung, ein Sein nicht ohne etwas, das durch
das Sein aughoben wird.
Der eigentliche Charakter der Anschauung kann nicht aufgehoben werden; wir haben aber einen Hang, ihn aufzuheben, weil im gemeinen Bewusstsein nie Anschauung, sondern immer Begriffe vorkommen.
Der eigentliche Charakter der Anschauung kann nicht aufgehoben werden; wir haben aber einen Hang, ihn aufzuheben, weil im gemeinen Bewusstsein nie Anschauung, sondern immer Begriffe vorkommen.
Das,
was durch das Sein des Objekts aufgehoben wird, ist nicht Tätigkeit des
Ich. In der Anschauung wird kein Ich gesetzt; das Ich verschwindet im
Objekte. Die Anschauung geht auf das Objekt, das, was durch das Seiende
ausgeschlossen //85// wird, ist auch ein Objekt, es ist das Ideal als solches Objekt der Anschauung.
Das Objekt der erstbeschriebnen Anschauung ist ein Begrenzendes, Begrenztheit des Ich, aber qualis talis kann sie nicht gesetzt werden, das Ich kommt nicht in der Anschauung vor. Es ist also etwas der Anschauung Vorschwebendes, ein bloßes Objekt ohne Subjekt. Diesem soll etwas entgegengesetzt werden, welches dasselbe negiert, dies ist also Objekt in der höchsten Bedeutung; etwas, worauf die ideale Tätigkeit sich bezieht, das aber nichts ist, woraus das Streben erklärt werden soll. Dies ist das Ideal.
Nota I. -
Im gemeinen Bewusstsein kommen nur Begriffe vor, nicht aber die
Anschauungen, die ihnen zu Grunde liegen. Das ist nun das primäre
Spezifikum der Wissenschaftslehre: dass sie auf die Anschauung geht und
nicht auf die Begriffe. Das macht das grundlegend Kritische daran aus.
Doch das gemeine Denken bestimmt bis heute die Schulphilosophie. Wo über Fichte geschrieben wird, geschieht es - sei es zustimmend, sei es ablehnend - so, als habe er seine Philosophie aus Begriffen konstruiert und als dürfe man ihn mit einem Kant oder Hegel vergleichen. Es ist gut, dass er an dieser Stelle den Unterschied deutlich ausspricht, aber viel nützen wird es nicht.
Doch das gemeine Denken bestimmt bis heute die Schulphilosophie. Wo über Fichte geschrieben wird, geschieht es - sei es zustimmend, sei es ablehnend - so, als habe er seine Philosophie aus Begriffen konstruiert und als dürfe man ihn mit einem Kant oder Hegel vergleichen. Es ist gut, dass er an dieser Stelle den Unterschied deutlich ausspricht, aber viel nützen wird es nicht.
Nota II. - Ein sachlich Neues ist in diesem Absatz die Idee eines absoluten Objekts der Anschauung, auf das die ideale Tätigkeit abzielt, das sie aber nicht begründet; nicht begründen muss, weil sie in der Freiheit schon immer selbstbegründet ist. Die Freiheit gibt die Kraft, die Richtung weist das Absolute - das Wahre, Unbedingte, Zweck der Zwecke. JE
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